Die alte Ilmenau
Es ist etwa 150 Jahre her, da floss hier die Ilmenau noch in weiten Schleifen zur Elbe hin. Sie bescherte den angrenzenden Gemeinden regelmäßige Überschwemmungen – bis ihr der Mensch Einhalt gebot.
Wärmer, trüber, langsamer
Die Alte Ilmenau unterscheidet sich deutlich vom einstigen Strom: Die Strömungsgeschwindigkeit ist viel geringer (nahezu null). Während der Fluss selbst im Sommer kaum Temperaturen über 17°C erreicht, kann es in der Alten Ilmenau richtig warm (über 20 °C) werden. Da die Strömung fehlt, werden Schwebstoffe nicht abtransportiert. Sie sinken auf den Gewässergrund und werden zersetzt.
Schätze im Teich
Da die Alte Ilmenau ein Stillgewässer ist, leben hier Tier- und Pflanzenarten, die an der Ilmenau nicht vorkommen — und umgekehrt. Insbesondere in den vom Menschen wenig beeinflussten Abschnitten sind einige seltene Arten zu Hause.
Durch den Bau des Ilmenau-Kanals wurden weite Teile des Ilmenau-Unterlaufs vom Strom abgetrennt. Heute sind diese Flussreste teilweise immer noch sichtbar, man nennt sie die "Alte Ilmenau".
Wenn der Fluss zu Land wird
Nicht überall ist der ursprüngliche Flusslauf gut erkennbar. An manchen Stellen sind, umgeben von Schilf und Weidengehölz, nur kleine Teiche übrig geblieben. Was ist hier passiert? Durch die fehlende Strömung konnte Material, das in das Gewässer gelangte (z. B. Laub), nicht mehr abtransportiert werden. Es füllte den Grund immer weiter aus. Über viele Jahre hinweg kann aus einem Gewässer somit wieder Land werden; man sagt, es "verlandet".
Hier bei Tönnhausen wird die Alte Ilmenau noch als Entwässerungsgraben genutzt und gelegentlich ausgebaggert. Der Verlandungs-Prozess wird dadurch aufgehalten.
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- Tafel 28: Wenn ein Fluß stille steht
Informationen zur alten Ilmenau, einem Stillgewässer mit besonderer ökologischer Bedeutung



